Die manchmal fast zu einsamen Strände der Isola di San Pietro

Es war der erste Tag auf der Isola di San Pietro, südwestlich vor Sardinien. Die Sonne stand schon hoch über den schmalen Gassen Carlofortes – der einzigen bewohnten Stadt der Insel, als ich in den Tag aufbrach. Schon am Vorabend hatten mich die vielen kleinen italienischen Restaurants, das familiäre Ambiente und ein warmes Mittelmeerfeeling in ihren Bann gezogen.

Die Isola di San Pietro hielt was sie versprach: Sie war abseits der Touristenpfade mit nur wenigen Hotels ausgestattet und vermochte die versprochene Entspannung zu liefern.

Einsame Bucht Sola auf Sardinien

Einsame Bucht Sola auf Sardinien

Die Suche nach einem Strand

Kurz bevor ich die Türschwelle des Hotels Villa Pimpina überquerte fragte Giovanni was ich heute anstellen würde. „Auf zum Strand!“, polterte es aus mir heraus. Dabei waren meine Schritte noch schneller als meine Worte, so dass ich Giovannis Stirnrunzeln zwar wahrnehmen, aber nicht mehr deuten konnte.

Ohne große Recherche machte ich mich, wie fast immer, auf ins Strand-Abenteuer. Dabei könnte man meinen, dass ich wie eine Schildkröte vorging – immer in Richtung Meer. Am Hafen Carlofortes angekommen, musste ich mich entscheiden. Links oder rechts entlang? Richtung Norden oder Süden? Spontan entschied ich mich, wie sollte es auch anders sein, für die falsche Richtung und ging nach Norden.

Ich entdeckte kleine Bauernhäuser, Weinberge und einige Olivenhaine, die nicht selten von massiven Tancas (Steinmauern) vor räuberischen Olivendieben beschützt wurden. Landschaftlich zeigte mir die Isola di San Pietro vor allem karge Freiflächen und zerklüftete Küstenabschnitte, die dem vulkanischen Ursprung der Insel zuzuschreiben sind. Doch eines konnte ich während meiner kleinen, fast eineinhalbstündigen Wanderung nicht entdecken: einen Strand.

Die Küste der Isola di San Pietro besteht zu einem hohen Anteil aus Steilküste, Felsen, Geröll und einigen kleinen Buchten. Da die Insel überhaupt nicht touristisch erschlossen ist, war es für einen planlosen Rucksackweltenbummler wie mich ohne große Vorrecherche schwierig einen Strand zu finden.

Nach etwa vier Kilometern wurde ich unterhalb einer kleinen Serpentine fündig. Das mag jetzt vielleicht furchtbar unromantisch klingen, aber da man die Straße weder sehen noch hören konnte, offenbarte sich ein einzigartiger und kleiner Strandabschnitt vor mir.

Kleine Bucht unter Serpentinenpiste

Kleine Bucht unter Serpentinenpiste

 Hungrig und durstig, aber verdammt glücklich

Ich packte mein großzügiges Strandtuch aus, ohne welches ich seit dieser Reise nie wieder unterwegs war und baute mein kleines Strandcamp auf. Einen Sonnenschirm hatte ich aus dem Hotelzimmer mitgenommen. Als ich ihn aufspannte erinnerte ich mich an Giovannis Gesichtsausdruck bei meiner Abreise. Er hatte wohl geahnt wie lange ich zu Fuß unterwegs sein würde. Doch auch bei einem kleinen Marsch in Richtung Süden wäre ich nicht sonderlich schneller gewesen.

Ich hatte nach so langer Suche einen wirklich tollen und ruhigen Strand entdeckt und genoss die Zeit am Meer nach einer sehr arbeitsintensiven Zeit. Meine Füße berührten ganz leicht das Meereswasser und je nach Intensität der Wellen wurden auch meine Waden gekühlt. Ein wirklich himmlischer Ort.

Getränke oder etwas zum Essen hatte ich nicht mit an den Strand genommen. Vor Ort könnte ich ja etwas kaufen, dachte ich vor meiner kleinen Strandwanderung. Doch Pustekuchen. Am nächsten schien der kleine Supermarkt am Hafen von Carloforte zu sein. Doch selbst dieser lag in unerreichbarer Entfernung. Also verbrachte ich nur den halben Tag am Strand, machte mich dann auf den Rückweg und kümmerte mich um mein leibliches Wohl.

Kleiner Sandstrand unter Serpentinen

Kleiner Sandstrand unter Serpentinen

Und die Moral von der Strand-Geschicht`?
Ohne Grundversorgung bringt dir auch der beste Strand der Welt nichts.

Die Isola di San Pietro ist auf alle Fälle einen Strandurlaub wert. Wohnen sollte man in einem der kleinen Hotels in Carloforte. Man sollte sich auf lange und schwierige Anfahrtswege und in Strandnähe so gut wie keine Versorgung in Form von Restaurants, Supermärkten oder kleinen Lädchen einstellen.

An etwas größeren Stränden, die in größeren Buchten liegen, finden sich zuweilen traumhafte Strandbars. In Deutschland ist an solchen Orten nur an ein Restaurant mit Tiefkühler und Mikrowelle zu denken. Nicht aber in La Caletta: Hier bekommt man in brütender Mittagshitze knackigen Salat, herrlich frischen Thunfisch und Mosciame (=Thunfisch Carpaccio) serviert.

Sehenswürdigkeit Nummer eins der Isola di San Pietro ist der Thunfischfang. Mit großen Tonnaren (=große Thunfisch-Fangreusen) werden die Fische während ihrer Wanderungen gefangen. Weltweit gilt Thunfisch aus Carloforte als Qualitätsthunfisch. Wenn ihr ihn mal probieren wollt – eine Dose mit 250g bekommt man für ca. 36€. Ein Thunfischsteak in Carloforte kostet nur die Hälfte.

Am schönsten ist es die südlichen Strände der kleinen Insel vor Sardinien zu erkunden. Wenn man ausreichend trainiert ist, klappt das durch die hügelige Insellandschaft ganz gut mit dem Fahrrad. Alternativ kann vor Ort für etwa 25€/Tag ein Motorroller ausgeliehen werden. Aber auch nach der Anfahrt mit dem Motorroller werden weitere kleine Trekkingstrecken per pedes folgen, bis der gewünschte Strand in greifbarer Nähe ist.

Sportliche Freunde der Natur, der Idylle und der Einsamkeit werden an den Stränden Carlofortes auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen.

 

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Autor Steven

Autor Steven

Steven liebt die Natur, verrückte Ideen, Lissabon und den Fahrtwind auf seinem Rennrad und er liebt es, immer wieder seine Grenzen auszutesten. Dafür läuft er zum Beispiel den einen oder anderen Marathon, riskiert sein Leben beim Canyoning oder besteigt den Mount Fuji. Auf seinem Blog Funkloch erzählt er von aufregenden Abenteuern auf Reisen und berichtet von nachhaltigen Projekten. Mehr Informationen über ihn findet ihr hier.

Eine Antwort

  1. rami51

    Sizilien hat traumhaft schöne Strände und Buchten. Genau dort befinden sich auch zahlreiche Ferienhäuser Sizilien. Diese bestechen durch besonders schöne Lage und werden häufig weit im Voraus gebucht. Vor allem die Ferienhäuser auf Sizilien Modica Marina, Ferienhäuser auf Sizilien San Vito lo Capo und die Ferienhäuser Sizilien in Scopello gehören somit zu den begehrtesten der Gegend. Manchmal sind sogar die Ferienwohnungen Sizilien heillos überbucht und müssen mindestens ein Jahr im Voraus gebucht werden. Die Unterkünfte in Sizilien Südsizilien sind daher sehr gefragt.

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