Im Sommer geht’s an die Ostsee – meine drei Geheimtipps

Sobald die Wassertemperatur der Ostsee auf 17 Grad steigt, kennt mein persönlicher Kompass nur noch eine Richtung – Norden. Nichts bringt mich so schnell in Urlaubsstimmung wie ein Tag am Strand. In drei Stunden bin ich von Berlin nicht nur an der Küste, sondern sogar auf den Inseln oder Halbinsel der Ostsee. Das lohnt sich auch für einen Wochenendausflug, um mal eben frische Meeresluft zu tanken.
In den letzten Jahren haben sich dabei drei Strände herauskristallisiert, von denen ich weiß, dass es dort nie zu voll ist und ich noch eine ganze Portion Natur genießen kann – auch in der Hochsaison.

Sprung ins kuehle Nass in Ahrenshoop

Sprung ins kuehle Nass in Ahrenshoop

1. Mein Alltime-Favorit liegt dabei auf der Halbinsel Fischland-Darß.

„Ein langer Strandstreifen mit feinem, weißen und steinfreien Sand.“

Gleich hinter dem Künstlerort Ahrenshoop, der von rohrgedeckten Fischerhäusern geprägt ist, schließt der unbeaufsichtigte Strandabschnitt Born an. Man erreicht diesen entweder mit Auto (Parkplatz vorhanden) oder über den Radweg auf dem Damm. Hinter einer breiten Dünenlandschaft liegt ein langer Strandstreifen mit feinem, weißen und steinfreien Sand, der bis zum Leuchtturm reicht. Buhnenreihen ragen aus dem Meer, das hier flach abfällt. Immer gesäubert und Jahr für Jahr ein kleines Stück schmaler präsentiert sich hier der feine Strand. Je nach Strömung gibt es hier quallenfreie und quallenstarke Tage. Der Strand ist unbewacht und auch die Bojen von einst findet man hier nicht mehr als Begrenzung. Vor der Küste liegt eine Sandbank, die man gern als Zwischenstopp beim Rausschwimmen nutzen kann.

 

Entdecke jetzt die schönsten Strände der Ostsee

 

 

2. Born – Wo du an der Ostsee in Kapitänshäusern übernachten kannst

„Nicht alles was schön ist, muss auch direkt am Meer liegen.“

Während jeder möglichst am Meer übernachten möchte und die Strandorte dadurch im Sommer häufig überlaufen sind, haben wir unseren Ort in Born gefunden. Denn nicht alles was schön ist, muss auch direkt am Meer liegen. Das Kapital von Born sind die wunderschönen, liebevoll gestalteten reetgedeckten Kapitänshäuser mit Holzschnitzereien und farbenfrohen “Darßer Haustüren“. In den Gärtchen hinter den Zäunen sprießt und blüht es. Noch heute verlaufe ich mich in diesem Ort, der keiner klaren Struktur folgt. Abends lohnt ein Spaziergang durch den Ort zum Hafen am Bodden. Dort kann man auf der Terrasse des Walfisch Restaurant noch etwas trinken und das Treiben der Segler auf den Booten beobachten.

Strand in Ahrenshoop

Strand in Ahrenshoop

3. Zwischen Glowe und Juliusruh liegt Rügens Paradies versteckt

„Als ich mal wieder Abwechslung von der Halbinsel Darß suchte, haben wir uns ein wenig auf Rügen umgesehen.
Und auch dort bin ich mit zwei wunderschönen Plätzen fündig geworden.“

300 m geht es durch einen lockeren Kiefernwald, durch den sich Wege über kleine Hügel schlängeln. Wenn die letzte Höhe passiert ist und sich unter mir der Blick auf den Strandstreifen und die Ostsee öffnet, dann ist der Stress der letzten Stunde vergessen, den meist ein Stau hinter der mächtigen Rügenbrücke mit sich bringt. Zwischen Glowe und Juliusruh sind sich Meer und Bodden in der 12 km langen Nehrung namens Schaabe so nah, dass man hier schon ausreichend Meeresluft schnuppern kann. Hinter Glowe kommen immer wieder kleine Parkplätze, doch die reichen längst nicht mehr aus. Die Autos parken auch auf der Straße. Wem als einzige Infrastruktur ein kleiner Wagen mit Eis, Bockwurst und Kaffeeverkauf reicht, der ist hier goldrichtig. Der landschaftlich hervorragend gelegene Strand ist wild, unaufgeräumt und auch breit genug, damit man nicht gleich Decke an Decke liegt. Quallen sichtet man hier äußerst selten, dafür kann sich manchmal ein Algenteppich in der Bucht vom Tromper Wiek bilden.

Sonnenuntergang in Tiessow auf Ruegen

Sonnenuntergang in Tiessow auf Ruegen

Ein Bonbon für die fleißigen Leser: Der Beach-Inspector Geheimtipp!

„Natur, Idylle, Ruhe – ein verloren geglaubtes Rügen in Thiessow. Hier lauscht man dem Meeresrauschen und Wind anstatt dem Trubel.“

Mein letzter Tipp für einen entspannten Strandtag liegt im Süden Rügens in Thiessow und Mönchsgut. Hier findet man im Gegensatz zu den mondänen Bädern Binz und Sellin, deren Villen und Seebrücken hübsch sind, aber auch überlaufen, die ruhigen Töne. Hinter Göhren, wo ich einst noch vor der Wende meinen Urlaub verbrachte, liegt zwischen Meer und Bodden die Halbinsel Mönchgut. Hier lauscht man dem Meeresrauschen und Wind anstatt dem Trubel von Restaurants und Bars. Der Wind in Thiessow hilft auch Surfern am Strand, ihren Spaß an der Naturkulisse zu finden. Der Sandstrand ist zwar etwas schmaler als anderswo, aber da überall Strand ist und für jeden Geschmack sei es Textil, FKK oder mit Hund etwas dabei ist, sollte auch jeder seine Nische finden. Von drei Seiten wird Mönchgut vom Greifswalder Bodden und der Ostsee umspült. Wer sagt, nur das Meer kann was, der sollte einen Abendspaziergang in den Ort Klein Zicker machen und seine Decke auf dem Klein Zickerschen Berg ausbreiten und dem Sonnenuntergang zuschauen. Thiessow gibt das Inselgefühl wieder, das manchmal auf der großen Insel Rügen fast verloren geht.

Entdecke jetzt die schönsten Strände der Welt auf Beach-Inspector.com!

 

Autorin Madlen

Autorin Madlen

Amazonas, Aserbaidschan oder Äthiopien – Madlen ist zwar keine klassische Backpackerin, scheut aber nicht den fehlenden Komfort auf Reisen. Für ihre Trips auf dem gesamten Globus sucht Madlen sich die Plätze auf der Welt aus, die noch nicht „ausgereist“ sind. Das sie auch mal an der Ostsee war, hat uns sehr verwundert. Über ihre vorwiegend Südamerikanischen Abenteuer berichtet Madlen auf puriy.de, weitere Informationen über sie findet ihr aber auch hier 

4 Responses

  1. root

    Jede Menge gute Tipps – vielen Dank für den mehrwertigen Artikel. Da werde ich auf den einen oder anderen im Sommer zurückkommen.

    Antworten
  2. Andreas

    Habe festgestellt, das man irgendwie immer wieder an die Ostsee zurück kommt. Als Kind war ich sehr oft da, dann kam die Sturm und Drang Zeit und ich wollte die Welt erobern aber um so älter man wird um so mehr zieht es einen dann doch wieder an die Ostsee. Das mit den Kapitänshäusern ist interessant. Ich wünsche dir einen angenehmen Tag :-)

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.