Traumjob gewonnen: Der Tag, an dem ich zum „Senior Beach-Inspector“ wurde

(Bild vom Shooting mit Shirt und Cap von Beach-Inspector)

Ja, ich bin jetzt Strandtesterin. „Senior Beach-Inspector 2016“ um genau zu sein. Und nein, ich will niemanden auf den Arm nehmen. Ich werde ab Januar 2016 tatsächlich um die Welt reisen und über 150 Strände auf 5 Kontinenten bewerten. Und wieder nein: das wird kein Urlaub.

Das ist mein neuer Job.

Aber einmal ganz von vorne…

Ende September war meine Motivation sprichwörtlich im Keller. Ach was, tiefer! Und wer jetzt mit einem ach so tiefgründigen „das Leben ist kein Ponyhof“- Spruch um die Ecke kommt, den bitte ich an dieser Stelle um Contenance. Ich glaube jeder von uns kommt mal an den Punkt, an dem Alles irgendwie doof ist. Bore-out nennt sich so was: Antriebslosigkeit durch Langeweile. Genau in diesem elenden Zustand befand ich mich. Mir war abgrundtief langweilig. Keine Herausforderungen. Null Action. Und wisst ihr, was passiert, wenn mir langweilig ist? Erinnert ihr euch an die Szene aus dem Animationsfilm „Shrek 2“, als Shrek und sein Freund Esel nach Weit Weit Weg reisen und der Esel dauernd fragt:
„Sind wir schon da? Wir sind doch schon da? Warum können wir nicht endlich da sein? Sind wir jetzt vielleicht endlich daaa?“
Ich glaube, der Vergleich ist selbsterklärend. Ein fettes Sorry an dieser Stelle an mein in Mitleidenschaft gezogenes Umfeld…

Was treibt nun jeder Otto Normalverbraucher, wenn ihm langweilig ist? Genau. Er zieht sich die neusten Intermezzi bei Facebook rein. Und so saß ich da: Einer meiner Studienkollegen war zum zigsten Mal bei einem Heimspiel von Arminia, ein Bekannter philosophierte mal wieder öffentlich über Gott und die Welt, und noch ein anderer erkundete grade die Tiefen des kulinarischen Wahnsinns. Hochspannend.
Und während ich so vor mich hin scrollte, erblickte mein geistiges Auge plötzlich die Anzeige, die mich für die folgenden Wochen ganz schön aus der Bahn werfen würde:
„Der Arbeitsvertrag deines Lebens! Als Senior Beach-Inspector zu den Traumstränden der Welt reisen!“

Eye-catcher im Web: Traumjob zu vergeben!

Eye-catcher im Web: Traumjob zu vergeben!

Das Berliner Start-up Beach-Inspector.com, die weltweit erste Strand-Suchmaschine, war auf der Suche nach einem Strandtester und Reiseblogger, der ab Januar 2016 ein Jahr lang um die Welt reist, live von den schönsten Stränden berichtet während er die besten Geheimtipps und Hotspots aus den Einheimischen herauskitzelt, und es als Gesicht des Unternehmens in den Medien krachen lässt.
Und so war es um mich geschehen.

Auf geht´s, ab geht´s

Die kommenden Wochen verbrachte ich meinen ganzen Tagesablauf damit, mich in den ersten zwei Wettbewerbsrunden gegen meine Konkurrenz durchzusetzen. Ins Finale würden nur 10 Bewerber kommen, die am Ende überdurchschnittlich gut beim Social Voting ausfallen und es zudem schaffen, die Jury von ihren Fähigkeiten zu überzeugen. Die reinste Hölle sag ich euch. Wenn einmal der Motivation ein Arschtritt verpasst wurde, denkt man an nichts anderes mehr.
Und so vegetierte ich nervlich vor mich hin bis am 10. November endlich das Ergebnis der 2. Runde bekannt gegeben wurde und mein Kämpferherz vor lauter Anspannung einen Sprung machte:
Ich war im Finale.

Vorfreude auf ein ereignisreiches Wochenende an der Ostsee

Vorfreude auf ein ereignisreiches Wochenende an der Ostsee

Der Moment der Wahrheit

Am 22. November 2015 war es endlich soweit. Nach einem anstrengenden Final-Wochenende in Neustadt in Holstein an der Ostsee wurde nun endlich der Gewinner aus insgesamt 9 Finalisten im Wettbewerb um den „Arbeitsvertrag deines Lebens“ bekannt gegeben. In mehreren Challenges hatten wir uns in den vorigen Tagen behaupten müssen. Wer bis zu dem heutigen Tage keine Ahnung hatte, wie ein Floß auszusehen hat, konnte nun sicherlich problemlos eins bauen und damit über die Ostsee bis nach Skandinavien rudern. Vorausgesetzt, man verirrte sich nicht auf dem Weg dahin.

Pelzerhaken in Neustadt: Der ideale Schauplatz für die finale „Schlacht“

Pelzerhaken in Neustadt: Der ideale Schauplatz für die finale „Schlacht“

 

Wo ist bloß die Floßbau-Anleitung?

Wo ist bloß die Floßbau-Anleitung?

Wir saßen nun alle da, ausgepowert, am Ende unserer Kräfte. Der Inbegriff eines Häufchen Elends. Doch wie lang ist eine gefühlte halbe Ewigkeit? Naja, zumindest ist sie kein Zuckerschlecken, das gebe ich euch hiermit schriftlich! Ich kam mir vor wie bei Germany´s Next Topmodel: Gleich würde mir die Jury sagen, sie hätte leider kein Foto für mich. Aus. Ende. Vorbei mit dem Traum um den Traumjob.

Locker weg war gestern: Der große Moment

Locker weg war gestern: Der große Moment

„Senior Beach-Inspector 2016 ist… Izabella!“ Endlich. Da waren sie. Die langersehnten Worte. Komplett verdattert stand ich auf und ging auf Kai Schäfer, einem der Gründer von Beach-Inspector.com und Verkünder der freudigen Nachricht zu, um die ersten Glückwünsche und meinen hart erkämpften Arbeitsvertrag entgegenzunehmen. Ich war „total baff“, wie ich es in einem der bevorstehenden Interviews überaus wortgewandt verkünden würde. Ich konnte mein Glück kaum fassen:

Ich, Izabella Meczykowski, hatte mich tatsächlich gegen 1.000 Mitbewerber aus Deutschland, der Schweiz und Österreich durchgesetzt!
Ich, Izabella Meczykowski, hielt nun den Schlüssel zum Glück in meinen Händen!

Ja, so empfand ich das in diesem Moment.

And the Winner is…die blonde Meid mit der Bommelmütze!

And the Winner is…die blonde Meid mit der Bommelmütze!

Das Beste kommt erst noch

Die darauffolgende Woche beginnt mit dem Artikel „Traumjob: Bielefelderin Izabella Meczykowski zur Strandtesterin gekürt“ in der Neuen Westfälischen, der lokalen Tageszeitung für Ostwestfalen-Lippe. Und on top: ein riesiges Porträt meiner Wenigkeit. So ein Colgate-Lächeln hab ich nun auch nicht alle Tage!

Neue Westfälische: Da stahlt se die Siegerin des „Arbeitsvertrags deines Lebens“

Neue Westfälische: Da stahlt se die Siegerin des „Arbeitsvertrags deines Lebens“

Und schon meldet sich mein Handy zu Wort. Eine Whatsapp-Nachricht. „Hey ich hab dich in der Zeitung gesehen! Herzlichen Glückwunsch!“. Dem folgen weitere Glückwunschnachrichten. Als ich beschließe das Ganze obendrein im Facebook zu veröffentlichen, um mein Glück mit all jenen zu teilen, die in den ersten zwei Runden des Wettbewerbs für mich gestimmt hatten, nimmt das „liken“ meines Status kein Ende mehr. Freunde aus allen 5 Kontinenten beglückwünschen mich zu meinem Sieg. Die meisten fragen mich, worum es bei dem Job gehen würde oder was ich gewonnen hätte. Dass sie sich trotz Unwissen für mich freuen, finde ich herzallerliebst.

Erst einige Tage nach meiner Traumjobzusage wird mir das eigentliche Ausmaß meines Durchbruchs an der Ostsee bewusst:

1. MYRIADEN von eingehenden Interviewanfragen, von denen sogar eins LIVE in der Lokalzeit auf WDR – im Fernsehen (!) – ausgestrahlt werden soll. Okay, genau genommen sind es bisher nur drei, aber die Wirkung auf mich bleibt dieselbe

Mein erstes Live-Interview bei Lokalzeit im WDR

Mein erstes Live-Interview bei Lokalzeit im WDR

Wacker geschlagen: Mein erstes Live-Interview auf WDR

Wacker geschlagen: Mein erstes Live-Interview auf WDR

2. Mir unbekannte Facebooker, die sich als Kofferträger oder Assistenten zur Verfügung stellen wollen. LOL.

3. Menschen, die mich im Bus, als das „Mädel aus den gestrigen Nachrichten“ entlarven. Oha!

4. Witzbolde, die mit ach so amüsanten Kommentaren um die Ecke kommen. Ein Paradebeispiel: „Michelle Hunziker is doing the Beach Inspector, too?“ Ha ha, nicht lustig. Okay, vielleicht doch.

5. Weitere Freunde und Bekannte, die mir mit einem Lächeln im Gesicht verkünden, wie stolz sie auf mich sind, aber sich gleichzeitig Sorgen um mich machen. Denn mal im Ernst: Wie verrückt ist es, gleichzeitig reisen und arbeiten zu wollen?

6. Leider auch Neider und Hater mit unsinnigen Pseudo-Job-Kommentaren und einem belächelnden Ausdruck im Gesicht. Aber hey, leben und leben lassen! Ich weiß, ich kann es nicht jedem recht machen.

Die reinste emotionale Waschmaschine, sag ich euch!

FLUSHHHH: Meine Gefühlswelt ähnelt dem Spülgang einer Waschmaschine 

FLUSHHHH: Meine Gefühlswelt ähnelt dem Spülgang einer Waschmaschine

Und an alle Negativgestimmten unter euch: „You were born to be free, not to be perfect“. Also: Solange ich das mache, was mich glücklich macht, mache ich alles richtig! Wozu die runterziehenden Worte? Uncool.

Vorfreude ist die beste Freude

Ich hoffe, die meisten von euch da draußen drücken mir die Daumen. Ich habe sehr viel Respekt vor meinem Jahr 2016. Ich freue mich, ich fürchte mich, ich werde ganz hibbelig, wenn ich nur daran denke, und ich kann es kaum abwarten in den ersten Flieger zu steigen und bald wieder Strand zu sichten!

Wird es einfach sein? Sicherlich nicht.
Werde ich mich oft einsam fühlen? Eventuell.
Wird 2016 mein Jahr? Aber hallo!

Es gibt kein Standard-Leben für uns alle. Also halte ich auch nicht daran fest. Ich kann mir momentan nix besseres vorstellen als ein Jahr um den Globus zu jetten, bereichernde Freundschaften mit Menschen aus aller Welt zu schließen und vor allem unglaublich viel fürs Leben zu lernen!
Also why not?

Vielleicht entkomm ich so auch bald wieder der C-Promi-Schublade. (Definition bei Wikipedia: „C-Prominente sind Personen mit relativ geringer oder nur kurzlebiger, manchmal negativ vermerkter,…Bekanntheit“) So schlimm ist es vielleicht noch nicht, aber trotzdem: Nein danke.

In dem Sinne: The show goes on!

Und wo, das erfahrt ihr bald hier!

Eure Iza

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