Da im Februar auf Lanzarote Karneval gefeiert wird – wie in vielen Ecken dieser Welt – beschließen meine Beach-Inspector Kollegen und ich uns eines Abends unter die Einheimischen zu mischen und das besondere Fest in Haría im Norden von Lanzarote zu zelebrieren.

Angekommen im Zentrum des Geschehens sind wir erstaunt über die zahlreichen Verkleidungen: Kaum jemand ist nicht in eines der bunten Gewänder und Kostüme gehüllt – außer wir Touris. Na super, da will man einmal nicht auffallen und dann so was!

Carnaval!

Warum das so ist, erklärt mir der Madrilene Cristian Ortas am kommenden Tag. Cristian arbeitet seit einigen Jahren hier im Norden von Lanzarote als Tauchlehrer bei Northdiving Lanzarote. Aus Erfahrung weiß ich, dass Spanier gar nicht mehr aus dem Quatschen herauskommen, wenn sie sich zusammen so richtig schön den Bauch vollschlagen! Und genau das ist meine Devise heute: Bei ein paar typisch spanischen Tapas und einer erfrischenden Sangría die besten Infos aus meinem heutigen Gesprächspartner herausprügeln! Natürlich nicht im wahrsten Sinne des Wortes. :)

typisch spanische Tapas

Zwei Gläser Sangria später ist mein Allgemeinwissen, wie erwartet, um einige Informationen reicher. Cristian erzählt mir, dass Karneval normalerweise eine Woche lang vor Ostern gefeiert wird und sich deswegen alle so in Schale werfen, weil sie nicht erkannt werden wollen. Nachdem Cristian das fette Fragezeichen in meinem Gesicht entziffert hat, erklärt er mir, dass die Menschen hier an Karneval besonders viele Sünden begehen, weil diese ja bekanntlich an Ostern vergeben werden. Trotzdem will man sich natürlich nicht in aller Öffentlichkeit die Blöße geben. Und da kommen logischerweise die Masken und Kostüme ins Spiel. Bei der Antwort muss ich gleichermaßen schmunzeln wie den Kopf schütteln – schon ein höchst kurioses (im positiven Sinne) Volk diese Spanier. :)

Karneval auf Lanzarote

Ein fischiges Begräbnis

Nach weiteren zwei Gläsern Sangria begeben wir uns – leicht angeheitert und gefühlt zwei Kilo schwerer (Tapas-Bauch) – zu dem Schlusspunkt der Karnevalsfeier: Dem Begräbnis der Sardine. Nein, das ist kein Tippfehler. Und wenn ihr jetzt komplett den Faden verloren habt, lasst euch gesagt sein: die ganze Geschichte leuchtet auch mir immer noch nicht so wirklich ein…

Der „Entierro de la Sardina“ ist ein populärer Umzug am Aschermittwoch, bei dem ganz vorne traditionsgemäß eine Musikkapelle oder maskierte Gruppen laufen. Und direkt dahinter: die Nachbildung einer überdimensionalen Sardine…oder wie ich es beschreiben würde: ein fetter Papp-Fisch, der bunt geschmückt auf einem Tablett durch die Gegend geschleppt und am Ende an einem zentralen Punkt mit Benzin begossen und verbrannt wird. Ja, das trifft es wohl ganz gut. Zweifelsfrei eine Besonderheit der spanischen Kultur. Olé!

An diesem Tag legen die Einheimischen ihre farbenfrohen Verkleidungen ab und schlüpfen in die Rolle trauernder Witwen, die zu meinem Bedauern (bei zu viel Sangría brummt mir der Kopf) um die Wette weinen und schreien. Wäre ich grad nicht zu tiefst verwirrt, fände ich das ganze Spektakel wahrscheinlich ultra komisch. Wie auch immer. Mit dem Feuer verbrennen letztendlich auch die Sünden, von denen höchstwahrscheinlich mindestens 90% in den vorigen Tagen begangen wurden. Ein hoch auf den Papp-Fisch!

Nach dem Prozess geht dann so richtig die Post ab: Die Leute feiern, es wird getrommelt bis zum geht nicht mehr, und die Straßen füllen sich mit Merengue Rhytmen. Skurril. Aber auch ein tolles Erlebnis, bei dem ich die Spanier noch um einiges lieber gewinne. :)

Begräbnis der Sardine auf Lanzarote

In vino veritas

Da ich nach dem Sangria-lastigen Tag natürlich erst so richtig auf den Geschmack der spanischen Kultur und natürlich des spanischen Weins gekommen bin, beschließe ich kurzerhand einem der ältesten Weingüter Spaniens – und dem ältesten der Kanaren – einen Besuch abzustatten: El Grifo.

Bereits seit 1775 werden hier Weine produziert und die will ich heute natürlich testen. Bevor ich mich jedoch ganz und gar der Trunkenheit hingebe, will ich noch von der Verantwortlichen der Bodega Zayda wissen, was das Besondere am „Vino de Lanzarote“ ist.

Zayda lässt mich nicht nur in die Geschichte des Weinanbaus der Insel eintauchen, sondern gewährt mir auch einen wundervollen Einblick in die alte Hausbauweise Lanzarotes und in eine der größten Bibliotheken Spaniens zum Thema Wein.

Vulkanlandschaft spukt Wasser auf Lanzarote

Wusstet ihr zum Beispiel, dass auf der Vulkaninsel ca. 5-12 mal weniger Wein produziert wird als auf dem Festland? Das liegt daran, dass der wenige Regen und der beständige Wind, sowie die wiederkehrenden Hitzeperioden die Kultivierung nicht unbedingt fördern. Der Weinertrag selbst und die tolle Qualität des Weines grenzen, gemessen an den extremen Bedingungen und dem Ausmaß der vulkanischen Tragödien, also mehr oder minder an ein Wunder! Und obwohl ich normalerweise zum Rotwein tendiere, lasse ich mir den hier typischen Weißwein so richtig munden! Liebe auf den ersten Schluck sag ich nur! :)

Nach dem Rundgang kommen wir zu meinem – man möge es kaum glauben – Lieblingsteil des Weingut-Besuches: der Weinverkostung! Und was darf bei einer Weinverkostung nicht fehlen? Genau. Käse. Typischer Ziegenkäse von Lanzarote um genau zu sein. Von meiner Liebe zum Käse will ich an dieser Stelle gar nicht erst anfangen…

Lasst euch aber gesagt sein: Die Kombination ist wie das Essen meiner Mama: unschlagbar! :)

Aber learning by doing! Also probiert es am besten selbst aus wenn ihr nach Lanzarote kommt! :)

Hasta pronto! Und schaut ab und zu bei mir vorbei! Ich freu mich! 😉

Eure Iza

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