Nach drei emotionsgeladenen Wochen auf Sansibar im ‚HAKUNA MATATA‘ – Lebensstil verschlägt es mich auf die nordöstlichste der sieben großen Kanarischen Inseln: Lanzarote. Nach tropischen Paradiesstränden und funky Reggae-Rhythmen folgen nun wilde und rustikale Strände umgeben vom pechschwarzen Lavagestein und markant aufragenden Vulkankegeln. Ein Unterschied wie Tag und Nacht also.

Der Geheimtipp

Nach einigen Tagen auf der Vulkaninsel stolpere ich über eine ganz besondere Destination nördlich von Lanzarote: La Graciosa – übersetzt „die Anmutige“ oder wörtlich „Die Lustige“ – ein Eiland, das kaum jemand kennt. Sie ist die kleinste bewohnte Insel der Kanaren. Und wer wäre ich, wenn ich so einem Geheimtipp nicht auf den Grund gehen würde? Na jedenfalls nicht Senior Beach-Inspector, so viel ist klar. :)

Also beschließe ich kurzerhand in die nördlichste Hafenstadt Lanzarotes ‚Órzola‘ zu fahren und von dort aus die Fähre zu der kleinen Nachbarinsel zu nehmen, die mich in nur 20 Minuten und für 20€ (Hin- und Rückticket) von Eiland zu Eiland bringt. Die Isla Graciosa soll neben vier Vulkankegeln den schönsten Strand der Kanaren bergen. Oha. Gerücht oder Tatsache? Das gilt es heute herauszufinden! Manchmal komme ich mir schon sehr vor wie Indiana Jones. Obwohl die ganzen Touristen auf der Fähre dieses Gefühl doch etwas dämmen. Aber who cares?

Mit der Fähre von der Hafenstadt Órzola zur Insel La Graciosa

Mit der Fähre von der Hafenstadt Órzola zur Insel La Graciosa

Nach knapp 20 Minuten Überfahrt mit der Fähre kommen wir also am Anlaufpunkt der Insel ‚Caleta del Sebo‘ an, von wo sich die meisten Besucher mit einem Leihfahrrad in das Innere der Insel abmühen. Viele Alternativen gibt es auf Grund mangelnder Asphaltierung der Insel auch nicht. Also ab auf’s Radl!

Erstes Ziel: Montaña Del Mojón – Ein Vulkankegel in der Inselmitte, auf den ich mich, dem Fahrradverleih-Menschen zufolge, über die flachere Seite hochwurschteln kann. Der Vulkankrater soll im Gegensatz zu den anderen drei der Insel relativ gut erhalten sein und zudem nett anzuschauen sein. So „flach“ wie gedacht sieht diese flachere Seite aber auch nicht unbedingt aus, und ich muss zu meinem Bedauern feststellen, dass mein letzter Workout-Tag leider schon gefühlte Jahrzehnte her ist. Den Rest könnt ihr euch ja denken.

Top oder Flop?

Ja, der Weg ist mühselig. Ja, ich komme gewaltig ins Schwitzen. Ja, ich mache mehrmals eine schmerzhafte Bekanntschaft mit den umliegenden Felsbrocken. Au… (Und ja, ich bin tollpatschig). Wie war das doch gleich mit Indiana Jones und abenteuerlustig und so? Kein Kommentar. Zumindest erreiche ich den Krater des Vulkankegels halbwegs lebend. Und die Aussicht kann sich wirklich sehen lassen: Eine farbenfrohe Landschaft, das imposante dunkelblaue Meer im Hintergrund und der schön geformte Krater direkt vor meiner Nase. Nature never goes out of style! In diesen Momenten würde ich gerne meinen inneren Trieben freien Lauf lassen und vor lauter Glück ein ohrenbetäubendes Gebrüll à la Tarzan von mir geben. Naja, lassen wir das lieber. Außerdem hätte ich mir um ehrlich zu sein von dem Vulkan selbst doch etwas mehr Action in Richtung Ausbruch und Lavaspucken etc. erwartet (Zugegebenermaßen etwas kompliziert bei einem erloschenen Vulkan…).

Egal. Man sollte bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben! Denn ein Ziel habe ich noch: die Playa de las Conchas – den angeblich schönsten Strand der Kanaren.

Atemberaubende Aussicht

Atemberaubende Aussicht auf das Meer und die kleine Hafenstadt

Eine Perle der Natur

Daher mache ich mich anschließend, zusammen mit meiner Beach-Inspector Kollegin Barbara auf den Weg zu dem besagten Strand im Norden der Insel. Da es sich bei uns definitiv ausgeradelt hat, ist die Alternative des Jeeptaxis eine willkommene Abwechslung. Es gibt hier auf der Insel zwar nicht viele, aber wir haben Glück und erwischen eins in der Hafenstadt. Über Stock und Stein fährt es sich zwar nicht ganz so flockig, aber da La Graciosa relativ klein ist, dauert die Überfahrt von Caleta del Sebo im Süden zu dem an der nördlichen Spitze der Insel liegenden Strand nur höchstens 20 Minuten.

Jeep

Das Jeeptaxi bringt euch über die Insel La Graciosa

Angekommen verschlägt es mir fast die Sprache (Und das passiert wirklich selten). Auch wenn ich nicht alle Strände auf den Kanarischen Inseln gesehen habe, kann sich dieser ohne Zweifel Prachtexemplar schimpfen. Eine beeindruckende kontrastreiche Landschaft, in der sich pechschwarzes Lavagestein mit dem weißen Sandstrand zu duellieren weiß. Und als i-Tüpfelchen ein Meer aus Dünen und der berühmte rote Vulkankegel Montaña Bermeja im Hintergrund. WOW.

Eine derartige Perle der Natur hätte ich auf dieser unscheinbaren Insel nicht erwartet. Umso größer der Wow-Effekt und die Erquickung über diese unerwartete Entdeckung. Indiana Jones hat wieder alles richtig gemacht!

Playa de las Conchas

Playa de las Conchas – Ein Strand, der die Sinne berührt!

Kein schlechter Anfang hier auf den Kanaren. Mal sehen was noch so kommt.

In dem Sinne: Hasta pronto ihr Lieben!

Eure Iza

2 Responses

  1. Rolf

    Hola Iza

    Dein Bericht über „La Graciosa“ ist sehr gut geschrieben, so gut, dass er evtl. auch Erholung- & Ruhe-Suchende dazu animiert, dort einige Tage zu verbringen.
    Deshalb möchte ich mit einer kleinen Ergänzung etwas dazu beitragen.

    …vorhanden sind auf „La Graciosa“ auch einige „Apartamentos“ die man mieten kann, z.B. sind es:
    „El Sombrerito“, „Evita Beach“ oder „La Pardela“ und viele mehr.
    Wer aber „Naturverbunden“ dort seine „Zelte“ aufschlagen möchte, der kann es auch, denn dafür ist ein Platz in der Nähe vom Hafen in „Caleta de Sabo“ vorgesehen, direkt an der „Playa El Salado“.
    In der „Pension-Enriqueta“ mit dem dazu gehörigen Restaurant kann man auch wohnen und sich verwöhnen lassen.

    Verhungern muss man dort auch nicht, denn es sind mehrere Cafès & Restaurants vorhanden. Selbst Liebhaber der „Italienischen Küche“ finden eine Pizzeria, aber auch eine „Hamburgueseria“ mit Cafeteria & Bar gibt es dort.
    Für die Grüsse in die weite Welt steht „Wi-FI“ in „Rosa’s Net & Cibercafè“ zur Verfügung.

    Auch Medikamente kann man in der Apotheke -die sich in der Ortsmitte befindet- kaufen. Gleich gegenüber befindet sich die kleine Kirche „Iglesia Virgen del Mar“ und ein paar Häuser daneben das Postamt „Oficina de Correos“.
    Selbst ein „Centro Sanitario“ -es ist das „Consultorio Local La Graciosa“- steht für die medizinische Versorgung bereit und für den Notfall gibt es auch einen „Helipuerto“.

    Wer aber für „immer“ dort bleiben möchte, der könnte auf dem kleinen „Cementerio“ seine letzte „Ruhestätte“ finden.

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.