Hätte mich jemand vor zwei Jahren gefragt, wie mein perfekter Strand aussieht. Ich hätte es nicht gewusst. Vielleicht hätte ich ein Bild vom endlos weißen Sandstrand beschrieben, an dessen Saum kilometerlang nur Palmen zu sehen sind und das Wasser türkis-blau seicht am Strand kleine Wellen schlägt.

Fragst du mich heute, kann ich es dir genau sagen, weil ich diesen Strand gefunden habe und seit dem auch schon zweimal dort war. Er ist nicht kilometerlang,  sondern liegt in einer kleinen Bucht. Ich brauche gerade einmal 15 Minuten, um von einem Ende zum anderen zu gelangen. Und das nicht etwa am Strand. Der Strand ist immer wieder von Felsen unterbrochen. Es gibt einige kleine Minibuchten innerhalb meines perfekten Strandes, die einem gerne das Gefühl geben, den Strand nur für sich allein zu haben. Auch an den anderen Strandabschnitten trifft man nur wenige andere Strandanbeter.

Das hat verschiedene Gründe. Die thailändische Insel selbst ist gerade mal zwei Stunden mit dem Auto vom internationalen Flughafen entfernt. Trotzdem zieht es eher wenige Touristen nach Ko Samet. Die Insel ist sehr viel beliebter bei Bangkoks Mittel- und Oberschicht. Ich vermute daher, dass es an Feiertagen und Wochenende auch mal etwas voller werden könnte. Während meiner beider Aufenthalte, Anfang Dezember und Mitte Februar, war es wirklich ruhig.

Was diesen Strand für mich zu meinem perfekten Strand macht, sind wirklich sehr unterschiedliche Komponenten. Die wichtigsten Vorraussetzungen sind der weiße Sand, türkis-blaues Wasser und die relative Leere. Klar gibt es ein paar unterschiedliche Guesthouses und Hüttenanbieter und auch Restaurants, aber keine Menschenmassen. Das Essen in den Restaurants ist okay, nur etwas teurer weil alles per Boot auf die Insel gebracht wird. Nach einer Woche wird es auch schon mal langweilig. Trotzdem liebe ich diesen Strand, weil es eine Hütte mit Hängematte davor gibt – direkt am Meer. Lange habe ich für Sonnenuntergänge am Meer geschwärmt, bis zu diesem Strand. Dort kann man abends keinen Sonnenuntergang sehen, weil der Strand Richtung Osten gelegen ist.

In der Hängematte am Strand von Ko Samt lässt es sich so richtig gut leben.

In der Hängematte am Strand von Ko Samt lässt es sich so richtig gut leben.

Was man an diesem Strand bekommt ist viel besser als jeder Sonnenuntergang. In der Hängematte liegend kann man den Sonnenaufgang beobachten: das Erwachen eines neues Tages. Dafür stehe ich als Langschläfer auch gerne kurz vor 6 Uhr morgens auf, um es mir gleich wieder in der Hängematte bequem zu machen. Wenig später eine Runde schwimmen zu gehen, bevor es zum Frühstück ins niedlich kleine Restaurant mit Meerblick geht. Sogar die schicken Massageliegen haben Meerblick und am Abend isst es sich am besten direkt auf dem langen Steg, der in ein Restaurant umgewandelt wurde.

Wochenlang meine Zeit an diesem Strand zu verbringen, würde mir sicher irgendwann langweilig werden. Für ein paar Tage allerdings, ist es MEIN perfekter Strand.

 

 

Autorin Synke Nepolsky

Autorin Synke Nepolsky

Synke ist Wahlberlinerin, Fotografin, Reisende und Bloggerin. Als Fotoreisende kombiniert sie ihre beiden großen Vorlieben: das Fotografieren und das Reisen. Was Synke sonst noch so treibt, erfahrt ihr hier.

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