Wer im Nordosten Brasiliens unterwegs ist, sollte einen Ort mit mindestens einem Tagesausflug in seine Reiseroute integrieren: das Küstenstädtchen Pipa.

Pipa ist ein kleiner, aber touristischer Ort, der zum brasilianischen Bundesstaat Río Grande del Norte gehört. Das Städtchen selbst ist mit den vielen Gassen und unzähligen Bars und Restaurants, die zum Verweilen einladen, durchaus einen Besuch wert. Allerdings ist Pipa nicht deswegen das Ziel zahlreicher Reisender, sondern vor allem wegen der Artenvielfalt in der Tierwelt und wegen seiner Strände, die jedem Brasilianer ein Leuchten in die Augen zaubern, wenn man erzählt, dass die nächste Reise dorthin geht.

 

Die Fakten von Pipa

Pipa liegt recht isoliert von den großen Städten. Die nächstgelegene ist Natal, das in etwa 80 Kilometern Entfernung liegt und die Hauptstadt des Bundesstaates ist. Solltet ihr euch entscheiden mit dem Flugzeug anzureisen, geht es als erstes dorthin. Weiter könnt ihr entweder mit dem Bus oder mit einem Taxi (das ist in Brasilien zwar nicht super günstig, aber durchaus bezahlbar) nach Pipa reisen.

 

Die Küste der Bahía dos Golfinhos in Pipa

Die Küste der Bahía dos Golfinhos in Pipa

Die Strände

Die Strände Pipas sind unglaublich schön. Es gibt den Playa Do Amor (den Strand des Herzens, der wegen seiner Herzform so heißt), Praia Céntrica (mit sehr ruhigem Wasser – perfekt zum Entspannen und Sonnenbaden), Praia dos Golfinhos (wo man mit Delfinen schwimmen kann) und der Praia Do Madeiro (ein sehr ruhiger Strand mit vielen Palmen).

 

 

Die Delfine

Das absolute Highlight ist natürlich der Praia dos Golfinhos. Wenige Strände auf der Welt bieten die Gelegenheit in freier Natur mit Delfinen zu schwimmen.

Wilde Tiere, die trainiert wurden? Weit gefehlt!

Das Verhalten der aufgeweckten Meeressäuger gleicht zwar einer Show in einem Zoo bzw. Aquarium, ist aber tatsächlich völlig spontan und es besteht keinerlei Zwang auf die Tiere. Wenn sie sich nähern wollen, tun sie es und wenn nicht, bleiben sie fern. Aber sie scheinen die Aufmerksamkeit tatsächlich zu genießen.

Die Delfine kommen in diese ruhige und flache Bucht, um nach Fischen zu jagen und die Jungen aufzuziehen. Dadurch trifft man sie hier – Groß wie Klein – rund um die Uhr an. Dabei nähern sie sich den Menschen im Wasser auf bis zu einen Meter. Im Normalfall bemerkt man ihre Anwesenheit jedoch erst, wenn sie zum Luftholen auftauchen. Und das nicht selten in greifbarer Nähe.

Ein unglaubliches Gefühl!

Selbst diejenigen, die nicht gerne im offenen Wasser schwimmen, kommen hier auf ihre Kosten. Denn die Tiere kommen so nah ans Ufer, dass man nicht mal in die Bereich muss, in denen man nicht mehr stehen kann. So passiert es dann, dass man sich nichts ahnend unterhält und plötzlich eine graue, im Sonnenlicht feucht glitzernde Finne neben einem auftaucht, die nur Sekunden später wieder im tiefen Blau des Meeres verschwindet.

 

Die anderen Tiere – Auch Liebhaber anderer Tierarten werden sich hier wohlfühlen. Hier findet man:

 

Echte Karettschildkröten

Die Lagunen, Dünen und paradiesischen Strände bieten die perfekte Umgebung für Schildkröten, um ihre Eier abzulegen. Wer die Möglichkeit hat, die Kleinen beim Schlüpfen zu beobachten, wird Zeuge eines echten Naturschauspiels. In Pipa findet die Reproduktion im Oktober und Mai statt. Die größte Bedrohung für diese Tiere ist neben der Verschmutzung der Meere die Fischerei, denn das Fleisch und die Eier sind in vielen Küchen begehrt und der Panzer wird für die Herstellung verschiedener Dinge wie Brillen verwendet.

 

Weißbüschelaffen

Diese sympathischen, kleinen Affen, die kaum größer als 25 Zentimeter werden, trifft man hoch in den Bäumen an. Dort leben sie meistens in Gruppen von zwei bis zu über zehn Tieren. Da sie allerdings an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt sind, sind sie recht zahm und können rund um die Uhr gesichtet werden.

 

Kolibris

Die zwischen sechs und zwölf Zentimeter kleinen Vögel in verschiedenen Farben verzücken mit ihrem wilden Flattern die Touristen. Ihr Schnabel hat eine perfekte Form, um den Blütennektar aus den Blumen zu fressen. Daher auch ihr portugiesischer Name: Beija-Flor – Der Blumen-Küsser.

 

Leguane

Auch wenn sie mit ihrem satten Grün in ihrer natürlichen Umgebung zwischen den Pflanzen gar nicht auffallen, kann man viele von ihnen sehen, wenn man ein wenig aufmerksam ist. Allerdings können sie mit ihren bis zu zwei Metern Länge (inklusive Schwanz) durchaus einschüchternd wirken. Zudem kann man sich des Eindrucks nicht unbedingt erwehren, man habe eine Zeitreise von 65 Millionen Jahren in die Zeit der Dinosaurier gemacht.

Ob ihr nun durch die verwinkelten Gassen schlendern, die Schönheit der Natur bewundern oder die Artenvielfalt in der Tierwelt bestaunen möchtet. In Pipa wird einem so schnell nicht langweilig.

 

Barbara_Riedel

Autorin Barbara Riedel

 

Ein Beitrag von: Barbara Riedel ist seit Juni 2015 Beach-Inspector und sonst als digitale Nomadin in der Welt unterwegs. Das heißt, sie kann als Übersetzerin, Bloggerin und Autorin „remote“, also ortsunabhängig von überall aus der Welt, ihre Brötchen verdienen. Auf ihrem Blog Barbaralicious teilt sie ihre Erfahrungen zu den Themen Langzeitreisen, Low Budget Travelling und digitales Nomadentum. Außerdem hat sie 2015 ihre ersten beiden Bücher zu diesen Themen im Selbstverlag veröffentlicht.

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