Sansibar hat so einiges zu bieten, vor allem für das Auge. Und wie könnte ich mich Weltenbummlerin nennen, ohne einiges davon gesehen zu haben?

Also beschließe ich nach 10 Tagen Aufenthalt auf der Insel kurzerhand einen Abstecher nach Stone Town, die Hauptstadt der Insel, zu machen. Von dort soll es Bootstouren auf die sogenannte Prison Island geben. Die kleine Insel liegt 5,6 Km nordwestlich von Sansibar und ist berühmt für die Aldabra-Riesenschildkröten, die die Insel ihr zu Hause nennen. Und da ich mich selbst „spontane Seele auf der Suche nach Abenteuern“ schimpfe – verpeilt trifft‘s wohl besser – fahre ich blindlings drauf los mit der Hoffnung, dass ich schon irgendwie auf die Insel der putzigen Schildis gelange. Schlimmstenfalls muss ich halt schwimmen. Passt schon.

 

Die Gefängnisinsel

Angekommen am Hafen in Stone Town schließe ich mich einer vierköpfigen Reisegruppe an, mit der ich auf einem verdächtig morbiden Fischerboot und einer sehr enthusiastischen Reiseführerin auf die Insel turne. Während der Überfahrt bekomme ich einige interessante Informationen zu der Religionstoleranz der Inselbewohner erzählt. Nach gerade einmal 20 Minuten haben wir unser Ziel fast erreicht. Obwohl ich anfangs meine Bedenken habe, kommen wir weitestgehend trocken auf dem Stück Land nordwestlich von Sansibar an und genießen einen interessanten Besuch bei den tierischen Inselbewohnern. Der Eintritt kostet übrigens 4$ und die Bootsfahrt macht meinen Geldbeutel um 20$ leichter. Das Erlebnis ist es aber absolut wert!

Prison Island

Das morbide Fischerboot bringt uns sicher zur Schildkröteninsel

Nun noch ein kurzer Abstecher zu dem ungewöhnlichen Namen der rund 800 m langen Insel: Die Insel wurde, wie der Name es vielleicht schon verrät, Ende des 19. Jahrhunderts als Gefängnisinsel ausgebaut. Aufgrund von eingeschleppten Krankheiten wurde sie dann aber nur als Quarantänestation verwendet. Im Jahr 1919 bekam die Insel, die von den Einheimischen übrigens Changuu (Bezeichnung eines Fisches) genannt wird, vier von den tierischen Inselbewohnern geschenkt, die sich daraufhin scheinbar fleißig vermehrt haben. Die Herde umfasst heute knapp 110 Schildkröten. Wenn man Glück hat, kann man die niedlichen Panzertiere sogar bei der Paarung ertappen. Mir wird dieses Glück zuteil. Jackpot (Oder so).

Aldabra Riesenschildkröte

Die älteste Aldabra Riesenschildkröte ist knapp 190 Jahre alt!

Die Schildis sind überraschend zutraulich und lassen sich sogar füttern und kraulen. Nach einigen Streicheleinheiten verabschiede ich mich schweren Herzens von meiner Lieblingsschildi und begebe mich auf den Rückweg. Viele Touristen, die die Schildkröteninsel besuchen, planschen übrigens abschließend im türkisfarbenen Meer oder gehen in der Nähe der Insel schnorcheln.

Fazit: Ein schöner runder Tagesausflug.

 

Schnorcheln hier, schnorcheln da

Nicht nur in der Nähe der Prison Island lässt sich die Unterwasserwelt mit Schnorchel und gesichtsentstellender Riesentaucherbrille erkunden. Diese ach so ausgekochte Feststellung führt mich in meiner letzten Woche auf Sansibar auf ein weiteres – zugegebenermaßen etwas größere – Fischerboot. Diesmal geht’s auf in Richtung Mnemba Island, welche die besten Schnorchel- und Tauchspots des Sansibar-Archipels bergen soll. Die Schaukeleinheiten während der Überfahrt finde ich persönlich zwar relativ witzig, die meisten Bootsinsassen sind aber gar nicht amused über das Hin und Her auf offenem Meer. Somit hängt in nur kürzester Zeit der eine oder andere Kopf über der Bootkante…

Nach einer geschlagenen Stunde, in der die anfänglich enthusiastische Stimmung rapide ihren Tiefpunkt erreicht, kommen wir an dem uns hoch angepriesenen Schnorchel-Spot an. Und somit ist auch die Stimmung ganz schnell wieder auf Hochtouren. Die Unterwasserwelt hat wirklich viel zu bieten: bunte Fische, rubinrote Seesterne und ein zugegebenermaßen ziemlich cooles Riff. Nach einer Stunde mit vielen feuchtfröhlichen Eindrücken bannt sich bei allen Beteiligten nach anfänglicher Magenverstimmung ein Riesenhunger an. In der Snorkeling-Tour ist ein Mittagessen auf dem Boot inklusive, weswegen nach Rückkehr fleißig gefuttert wird. Und da Fischers Fritz frische Fische fischt (ha ha), gibt’s zu meiner Freude frischen Thunfisch, der vor aller Augen gegrillt wird. Lecker lecker! :)

 

Happy End

Nach anfänglicher Skepsis in Bezug auf Sansibar lautet mein finales Urteil also: Mega! Ich weiß, sehr wortgewandt, aber überaus zutreffend. Heißt übersetzt: tolle Zeit, wundervolle Menschen und ein Rucksack voller Fragezeichen, der sich mit ganz vielen Emotionen und Erlebnissen gefüllt hat. Eine Insel, die sich gewaschen hat.

 

Aber seht am besten selbst!

Eure Iza

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