Jeden Tag erreichen uns viele Mails, Kommentare und Anregungen von überzeugten Lesern. Wir von Beach-Inspector möchten uns an dieser Stelle für unsere starke Community bedanken! Eines Tages erreichte uns ein Kommentar, der so detailliert, gut recherchiert und vor allem viel zu lang war, als dass wir ihn einfach als Kommentar hätten stehen lassen können. Wir dachten uns: Da müssen wir etwas draus machen. Ein bisschen umgebaut und schwupps – einen ganzen Blogeintrag konnten wir aus den Inhalten zaubern.  Heute ist der Tag der Tage, an dem eben dieser Eintrag endlich über die Schwelle der virtuellen Welt tritt und hinaus ins World Wide Web… Also: Einen ganz besonderen Dank den treuen Beach-Inspector User Rolf: Dankeschön, Rolf!

Das Thema: Strandkörbe!

Idyllische Strandkorb-Kulisse am Westbadestrand Norderney

Strandkörbe im Rudel am Westbadestrand in Nordnerney

Und allen, die jetzt nicht weiterlesen wollen, sei gesagt: Es steckt sehr viel mehr drin, als man denkt. Immerhin verbringst du zum Beispiel mindestens den halben Tag in den Kuschelsesseln, also sei mal nicht so voreingenommen und informiere dich besser ein bisschen über das Mobiliar, was dich einen entscheidenden Teil des Urlaubs begleiten wird.

In die Jahre gekommen, aber immer noch frisch wie das Meer: Der Strandkorb!

In ihm lässt sich der Urlaub prima genießen: Träumen, Lesen, ein Sonnenbad nehmen – vieles ist im Strandkorb möglich, allein oder zu zweit. Hat man genug von Sonne oder Wind, dreht man ihn einfach in die gewünschte Richtung. Sogar über Fußstützen und ein ausklappbares Tischchen verfügt der Strandsessel, der im Sommer 1882 erstmals hergestellt wurde. Seitdem gehört er zum norddeutschen Sommer wie die Sonne und das Meer. Für die „frische Luft“ und das herbe Wetter an Nord- und Ostsee, wo selten Mittelmeertemperaturen herrschen, ist er mit seiner winddichten Haube wie geschaffen.

Hättest du’s gewusst?

6 Punkte, die zeigen, wie sehr die Deutschen ihre Strandkörbe mögen:

Strandkörbe am Ostseebad Zingst

Relaxende Füße im Strandkorb am Ostseebad Zingst

1. Die Wächter der Strandkörbe!

Es gibt Strandkorbwächter, deren Job darin besteht, die Strandkörbe zu hüten, wie ihre Augäpfel. Eine ehrwürdige Aufgabe mit Tradition. Doch gehört noch ein bisschen mehr zum Alltag eines Strandkorbwächters: In Büsum zum Beispiel vermieten sie nicht nur die Sitzgelegenheiten, sondern halten gern einen Klönschnack (norddeutsch für Plauderei), cremen hübschen Frauen den Rücken ein oder helfen, hilfsbereit wie sie sind, älteren Damen, den Korb in die Sonne zu drehen – kurz: Die Strandkorbwärter in Büsum sind für alles gut.

Strandkorbwächter am Ostseebad Rerik

Strandkorbwächter des Strandkorbvorkommens im Ostseebad Rerik

2. Strandkorb ist nicht gleich Strandkorb!

Das Material, aus dem Büsumer Strandkörbe gebaut sind, sollte immer das Gleiche sein. Denn ein echter Büsumer Korb ist massiv gebaut und entsprechend schwer. Dies ist notwendig, damit die Körbe bei Sturm nicht durch die Luft geschleudert werden.

Blau und Weiß gestreifter Strandkorb

Strandkorb in angesagtem maritimen Look

3. Massig massive Strandkorbsammlung

Heute stehen in den Badeorten etwa 300. 000 Strandkörbe – das sind Strandkörbe für ca. jeden einzelnen Menschen in Mannheim! Gerade in den Hochburgen Büsum und St. Peter-Ording an der Nordseeküste Deutschlands sind die Strandtag-Retter äußerst beliebt. 2. 500 Körbe stehen am Hauptstrand des Nordseebades in St. Peter-Ording, etwa 200 davon haben Gäste selbst aufgestellt.

Viele Strandkörbe am Ostseebad Travemünde

Viele Strandkörbe am Ostseebad Travemünde

4. Verrückte Strandkörbe

Einmal pro Woche werden alle Strandkörbe am Deich etwas verrückt. Warum? Deichstrände sind meistens grüne Strände. Damit der Rasen nicht abstirbt und dadurch die Stabilität des Schutzdeiches gefährdet wird, bewegen die Strandkorbwächter die Körbe ein paar Zentimeter zur Seite. Strikt verboten ist es ebenso, auf dem Grünstrand Strandburgen zu bauen oder einen Windschutz aufzuspannen. Dieser müsste nämlich mit Heringen im Erdreich verankert werden und dies würde die Deichdecke beschädigen. Sind die Strandwärter auch für so manchen Spaß zu haben, greifen sie  charmant durch, wenn es um Sicherheit und Ordnung geht.

Grünstrand in Büsum mit Strandkörben.

Grünstrand in Büsum. Ach ja, und natürlich Strandkörbe.

5. Aufgepasst beim Strandkorb Marke Eigenbau

Bringst du einen eigenen Strandkorb mit (ja, es soll Menschen geben, die sowas tun), müssen diese genauso aussehen wie die Körbe, die vom Kur und Tourismus Service vermietet werden – Grund dafür ist der Schutz der Natur des Strandbodens. Und vielleicht die Gewähr, ein typisches Postkartenmotiv fotografieren zu können, ohne störende Strandkorb-„Außenseiter“.

Ein Strandkorb, wie er leibt und lebt am Ostseebad Boltenhagen

Ein Strandkorb, wie er leibt und lebt am Ostseebad Boltenhagen

6. Im Strandkorb schlafen

Neu auf dem Markt gekommen ist der Strandkorb, in dem man auch am Strand übernachten kann. Mieten kannst du die Schlafkörbchen zum Beispiel in Scharbeutz an der Ostsee. Unser Senior Beach-Inspector Iza hat eine Nacht im ersten Schlaf-Strandkorb Deutschlands verbracht:

 

 

Die Geschichte zum Strandkorb – ein kleiner Exkurs über den Strandliebling

Der Strandkorb ist eine deutsche Erfindung. Im Jahre 1882 hatte der kaiserliche Hofkorbmacher Wilhelm Bartelmann in Rostock den ersten Strandkorb aus geflochtenem Reet und mehr als 140 verschiedenen Holzleisten gebaut. Heute besteht das Flechtwerk nur noch bei etwa jedem zehnten Korb aus Natur- oder Rohmaterial. Die meisten Strandkörbe sind aus lange haltbarem Kunststoffgeflecht gefertigt. Hochwertige Strandkörbe entstehen jedoch auch heute noch soweit wie möglich in Handarbeit.

Beeindruckende Versammlung von Strandkörben am Ostseebad Travemünde

Beeindruckende Versammlung von Strandkörben am Wenningstedt Hauptstrand auf Sylt

Deutschlands Strände an der Ost- und Nordsee

 

2 Responses

  1. Rolf

    Hallo, Moin Moin & „Gud dai“ an das Beach-Inspector (en)-Team !

    …wartet mal ab, wenn weitere Nordsee-Inseln auf eurem „Zettel zur Aufnahme“ stehen; denn es ist nicht nur eine Insel dabei, die zum „FÖHR-lieben“ ist !
    Dort steht an den Stränden, so kann man sagen:

    „Ein bunter Rücken, kann auch entzücken“…..oder: „der bunte Bauch tut’s auch“ !

    Herzlich willkommen auf der Insel Föhr !
    Hartelk welkimen üüb Eilun Feer“ !
    (Fering / Föhring)

    Natürlich auch:

    Herzlich willkommen auf Amrum !
    Hartelk welkimen üüb Oomram !
    (Amrumer Friesisch)

    Antworten
    • Rolf

      Hallo und Moin Moin liebe Leser !

      Hier kommt heute etwas „Strandgeflüster“ :-))

      Auch in Büsum ist es möglich:
      „Schlafen unterm Sternenhimmel“ !

      Auf der „Familienlagune Perlebucht“ gibt es 4 Stellen / Orte, wo sich diese
      „Abenteurer“ zur „Nachtruhe“ hinlegen können; bezeichnet werden sie mit:
      1.) Dünenkoje
      2.) Strandnest
      3.) Sterngucker
      4.) Seekiste

      Nähere Einzelheiten und Bilder gibt es hier:

      http://www.buesum.de/nordseeurlaub/strand-und-baden/schlafstrandkorb.html

      Noch ein Hinweis:
      …dort auf der „Familienlagune“ sind auch zwei „Grillplätze“ vorhanden, somit besteht die Möglichkeit -bevor man sich zur Nachtruhe „bettet“- ein „Abendmahl“ einzunehmen.

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