Prinzipiell gesehen ist es jedes Jahr das Gleiche: Kurz vor Weihnachten platzt die Innenstadt aus allen Nähten, die letzten Besorgungen werden Last-Minute einen Tag vor Heiligabend gemacht. Mutti ist gestresst wegen der Weihnachtsgans, Oma würde doch lieber wieder den guten alten Karpfen auftischen. Papa schimpft wegen des Weihnachtsbaumes und hat keine Lust auf Kirche. Und wenn dann endlich das Fest der Liebe vor der Tür steht, sind alle maximal gestresst. Schön ist es bei den meisten aber trotzdem. Das Festmahl, die Bescherung und bunt leuchtende Tannenbäume sind in Deutschland in aller Munde. Doch wie verhält es sich in anderen Ländern? Wie feiert die Welt Weihnachten? Lohnt sich vielleicht eher ein kleiner Urlaub, um dem ganzen Weihnachtsstress zu entgehen? Wir haben ein paar Beispiele aus aller Welt gesammelt.

 

Mexiko – Krawall, Radau und Puppenschlagen

Während Heiligabend in Deutschland in der Regel gediegen und besinnlich abläuft, wird in Mexiko ordentlich auf den Putz gehauen. Ähnlich wie zum deutschen Jahreswechsel stehen hier fulminante Feuerwerke und ordentlich Radau auf der Tagesordnung. Die Menschen gehen auf die Straße, veranstalten bunte Straßenumzüge, singen laut, tanzen und sorgen für Trubel. Um punkt Mitternacht finden überall Messen statt, bei denen riesengroße Puppen aus Pappmaché von der Kirchendecke gelassen werden. Diese wiederum sind mit Süßigkeiten gefüllt, woraus sich sogenannte Piñatas ergeben. Die Mexikaner können nun versuchen, mit verbundenen Augen darauf einzuschlagen, um den Inhalt für sich zu gewinnen. Während einige diesen Kirchenbrauch in vollen Zügen zelebrieren, verbringen andere die Festtage an einem durchaus attraktiveren Ort: Dem Strand.

 

Australien – Grillparty, Surfbrett & Co

Wenn die Außentemperatur 40 Grad beträgt, wird sich der Weihnachtsmann hüten, in seinem dicken Mantel zu kommen. In Australien macht er deshalb das einzig Richtige und kommt mit roter Badehose zu den ganzen Familien. Und wie könnte es für Australien passender sein, hat er häufig ein Surfbrett im Gepäck. Außerdem ist es in Australien gang und gäbe, Maria und Josef eine Unterkunft zu gewähren. In einigen Städten werden deshalb neun Familien ausgewählt, die jeweils drei Holzfiguren für ganze 24 Stunden im eigenen Heim aufnehmen. Dort wird eigens für die hölzernen Figuren gesungen, was das Zeug hält. Zu Essen bekommen die Figuren auch was, selbst wenn sie es vermutlich niemals verzehren werden. Wenn diese Zeremonie vorbei ist, geht es für die meisten Familien raus in den Garten. Dort wird an allen Weihnachtsfeiertagen bei Grillpartys & Co gefeiert und gegessen, bis auch der Letzte satt ist. Viele verbringen die Tage am Strand und probieren die neue Taucherbrille oder das lang ersehnte Surfbrett, welches der Weihnachtsmann gebracht hat, aus.

 

Neuseeland – Erdlochgrillen bei den Maoris

Bei der klassischen neuseeländischen Familie verhält es sich ähnlich wie bei den Australiern. Doch die Maori, die Ureinwohner Neuseelands, haben einen ganz besonderen Weihnachtsbrauch: Draußen in der freien Natur wird zunächst ein riesengroßes Erdloch gegraben. Dieses befüllen die Maori mit heißen Steinen, die im nächsten Moment als Art Grill benutzt werden. Unzählige Fleisch und Gemüsesorten finden den Weg auf die Steine, danach wird das Loch geschlossen. Es dauert seine Zeit, bis das außergewöhnliche Weihnachtsgericht fertig ist, denn das Fleisch muss insgesamt 10 Stunden garen. Am Abend trinken, essen und singen die Ureinwohner bis zum nächsten Morgen.

 

Kenia – Das Fest der Kinder

Klassischerweise bleibt der Weihnachtsstress meist an den Erwachsenen hängen. Anders verhält es sich in Kenia: Dort ist Weihnachten das Fest der Kinder. Die Kleinen müssen das ganze Haus putzen und schmücken, außerdem bereiten sie das Festmahl für den 25.12. zu. Die Eltern sitzen daneben, lassen es sich gut gehen und geben Anweisungen. Am Morgen des 25.12 wird in Kenia eine Ziege geschlachtet und an die Familien im Ort verteilt. Wenn das Festmahl verspeist wurde, gehen alle Familien von Haus zu Haus, beglückwünschen sich zu Weihnachten und verteilen ihre Geschenke. Danach wird bis zum Morgengrauen getanzt und gefeiert.

 

Indien – Bananenpalmen statt Tannenbaum

Während es bei uns Heiligabend ist, ist es in Indien „Bada Din“ – der große Tag. Nach dem Kirchenbesuch wird der gesamte Abend grundsätzlich zu Hause verbracht, dort wird gesungen und getanzt. Außerdem schmücken die Inder ihre Häuser mit schillernden, bunten Farben. Um Nadelbäume ist es in Indien recht schlecht bestellt, weshalb hier Bananenpalmen oder Mangobäume herhalten müssen – diese werden ebenfalls bunt geschmückt. Das Oberhaupt der Familie bekommt im Laufe des Abends eine Zitrone, was hier ein Zeichen des Respekts darstellt. Sie soll Glück und Erfolg fürs nächste Jahr bringen.

 

Hawaii – Amerikanische Sitten trotz Tropenfeeling

Trotz tropischer 30 Grad kommen die Inselbewohner nicht umhin, ihre Häuser mit künstlichen Eiszapfen zu dekorieren und den Weihnachtsmann in den Vorgärten mit ordentlicher Zipfelmütze und einem kuscheligen Mantel auszustatten. Tausende von Lichterketten zieren die Häuser und Santa Claus klettert an dicken Seilen die Fassaden hoch. In sämtlichen Geschäften laufen Weihnachtslieder, die Schaufenster sind mit Kunstschnee besprüht. Selbst auf den klassischen Tannenbaum wollen die Einwohner Hawaiis nicht verzichten: Die Bäume werden pünktlich zum Fest einfach per Schiff importiert, genauso wie der Truthahn. Wenngleich die ganze Zeremonie recht amerikanisch wirkt, gelten hin und wieder einige Besonderheiten: Nicht selten hat der Weihnachtsmann kurze Hosen an und den Kindern erzählt man, er komme auf einem Surfboard, das von Delfinen gezogen wird. Einige Christbaumkugeln haben das Design eines Hawaii-Hemdes und wer den Tannenbaum-Import verschlafen hat, greift zum Schmücken auf die gute alte Palme zurück. Auf den Strandpromenaden gehören Jogger mit nacktem Oberkörper und roter Nikolaus-Zipfelmütze im Dezember zum Alltagsbild.

 

 

Nach all diesen Geschichten hast du keine Lust mehr auf Tannenbaum & Co? Dann orientiere dich für das nächste Jahr an unserem Ideen-Input für Weihnachten unter Palmen. Kein passendes Ziel dabei?

 

Hier geht es zu all unseren Stränden!

 

Frohe Weihnachten! ?

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.